Grundriss eines Concept Stores mit farblich markierter Zonierung: Eingang, Warenpräsentation an der Wand, Highlightwand für die Marke, Kasse, Bar und flexible Multifunktionsfläche für Events.

Vom Kleiderständer zum Markenraum

Die Anfrage kam über Instagram, an einem ganz normalen Nachmittag, und ich habe sie zwischen Tür und Angel gelesen, mit einem kalt gewordenen Kaffee in der Hand, wie man das eben so macht.

Eine Frau schrieb mir, dass sie einen Laden eröffnet. Dass sie eine ziemlich genaue Vorstellung davon hat, was sie verkaufen möchte, und eine ziemlich ungenaue davon, wie der Raum dazu aussehen soll. Sie hat es nicht so formuliert, aber sinngemäß stand da: Ich habe alles zusammen, nur weiß ich nicht, wie es zusammengehört.

Das ist übrigens der Satz, den ich am häufigsten höre, nur in immer neuen Verkleidungen. Manche schicken mir stattdessen dreiundzwanzig Screenshots. Auch eine Form von Hilferuf, ehrlich gesagt.

Ich mag diese Anfragen, weil sie nicht so tun, als wäre schon alles klar. Und weil in ihnen etwas mitschwingt, das ich sehr gut kenne: das Gefühl, kurz vor etwas Großem zu stehen und plötzlich zu merken, dass Begeisterung allein den Raum nicht einrichtet.

Unser erstes Gespräch ging fast gar nicht um den Laden.

Ich glaube, sie hat damit gerechnet, dass ich nach Quadratmetern frage, nach Budget, nach Wunschmöbeln. Das kam alles auch, aber viel später.

Zuerst wollte ich wissen, wen sie eigentlich meint. Nicht Zielgruppe im Sinne von Alter und Kaufkraft, sondern: Wer soll diesen Laden betreten und sich sofort zuhause fühlen. Was soll dieser Mensch mitnehmen, auch an einem Tag, an dem er nichts kauft. Was stört sie an anderen Läden so sehr, dass sie wieder rausgeht. Worauf ist sie stolz. Und dann die Frage, die eigentlich immer das Beste zutage fördert: Was traust du dich nicht?

Das klingt nach Therapie und ist ein kleines bisschen auch eine, aber ohne diese Antworten würde ich nur schön einrichten. Und schön einrichten kann inzwischen jeder mit einem Pinterest-Account und einem Nachmittag Zeit.

Was in diesem Gespräch herauskam, war ziemlich klar: Sie wollte keinen Laden, in dem man Kleidung kauft. Sie wollte einen Ort, an dem man sich gern aufhält und dabei nebenbei etwas findet.

Das ist ein Unterschied von zwei Wörtern und er verändert am Ende jedes Möbelstück im Raum.

Ein Laden, der mehr sein musste als ein Laden.

Der Store sollte in einer Kleinstadt eröffnen, die von einer Flut getroffen worden war. Die halbe Innenstadt war weg, und dann kam dieser lange, zähe, unglaublich beeindruckende Wiederaufbau, bei dem Stück für Stück wieder Licht in Schaufenster kam, die sehr lange dunkel gewesen waren.

Wenn du an so einem Ort einen Laden aufmachst, dann machst du nicht einfach einen Laden auf. Du sagst etwas. Du sagst: Diese Straße ist noch nicht fertig mit uns, und ich bin auch noch nicht fertig mit ihr.

Am Telefon hatte ich das noch nicht in dieser Deutlichkeit begriffen. Verstanden habe ich es erst, als ich dort stand.

Warum ich 400 Kilometer gefahren bin, obwohl es auch per Videocall gegangen wäre.

Ich weiß, wie das klingt. Technisch hätten ein Aufmaß, ein paar Fotos und ein Videocall vollkommen ausgereicht, und ich hätte mir vier Stunden Autobahn, zwei Tankstellenkaffees und eine Playlist gespart, die irgendwann in Verzweiflung übergegangen ist.

Aber ich kann das nicht. Ich muss einmal im Raum gewesen sein, danach geht der Rest auch aus der Ferne, aber dieses eine Mal möchte ich wirklich da sein.

Ein Grundriss sagt dir, wie viele Quadratmeter ein Raum hat, und wo die Stütze im Weg steht. Er sagt dir nicht, wie tief sich der Laden anfühlt, wenn du in der Tür stehst. Er sagt dir nicht, dass die Decke im hinteren Drittel plötzlich drückt, dass am Nachmittag ein schmaler Lichtstreifen über den Boden wandert, oder dass die Leute auf dieser Straßenseite deutlich schneller laufen als auf der gegenüber. Und er sagt dir schon gar nicht, was der erste Blick trifft, wenn jemand die Tür aufmacht, obwohl genau das über den ganzen Rest entscheidet.

Ich bin an dem Tag ziemlich lange in diesem leeren Laden herumgestanden und habe eine Wand angeschaut. Einfach nur angeschaut. Wer draußen vorbeigegangen ist, hat mich vermutlich für eine Maklerin gehalten, im besten Fall.

Und dann bin ich wieder nach Hause gefahren und habe das Ganze ein paar Tage liegenlassen. Das ist keine Trägheit, das ist Methode. Die brauchbaren Ideen kommen bei mir selten im Auto und fast nie am Schreibtisch, sondern zwei Tage später beim Abwasch.

Leerstehendes Ladengeschäft im Rohzustand mit weißen Wänden, Rasterdecke, dunklem Vinylboden und einer tragenden Stütze vor dem Schaufenster.

So sieht ein Raum aus, bevor er eine Richtung hat. Weiße Wände, viel Fläche und eine Stütze, die man nicht wegplanen kann.

Leere Ladenfläche im Rohzustand mit weißen Wänden, dunklem Vinylboden, einer tragenden Stütze mit Steckdose und Türen zu den Nebenräumen.

Bei der Bestandsaufnahme interessieren mich Stützen, Anschlüsse und Türen. Genau diese Dinge entscheiden, was wo möglich ist.

Ein Kleiderständer ist noch keine Geschichte.

Der klassische Weg, einen Laden einzurichten, geht ungefähr so: Man hat Ware, man braucht Fläche für die Ware, also stellt man Ständer auf. Dann merkt man, dass da hinten noch Platz ist, und stellt noch einen Ständer hin. Dann kommt ein Regal dazu, weil Regale immer gehen, und irgendwo muss ja auch die Kasse hin.

Das Ergebnis ist ein Laden, der einwandfrei funktioniert und über den niemand jemals ein Wort verlieren wird.

Man merkt das sofort beim Reinkommen, auch wenn man es meistens nicht benennen kann. Man sieht Kleidung, aber man sieht keine Marke. Es könnte alles sein, es könnte überall sein, und man geht wieder raus, ohne dass irgendetwas hängengeblieben wäre.

Deshalb fange ich nie mit Möbeln an, sondern mit einem einzigen Satz.

Bei diesem Projekt hieß er sinngemäß: Es soll sich nach Ort anfühlen, nicht nach Geschäft. Weniger Verkaufsfläche, mehr Wohnzimmer mit Meinung.

Dieser Satz ist danach mein Maßstab für alles. Passt die Leuchte dazu? Passt der Boden dazu? Passt dieses wirklich hübsche Regal dazu, das ich seit Wochen irgendwo unterbringen will? Wenn nicht, fliegt es raus. Und genau daran scheitern die meisten Ladenkonzepte, nicht an fehlenden Ideen, sondern daran, dass es keinen Maßstab gibt, an dem man Ideen auch mal ablehnen kann.

Zuerst habe ich den Raum in Situationen aufgeteilt, nicht in Flächen.

Bevor ich über ein einziges Möbelstück nachgedacht habe, habe ich den Grundriss aufgeteilt. Nicht in Verkaufsfläche und Lager, sondern in Momente, die dort stattfinden sollen.

Es gibt einen Bereich zum Ankommen, in dem bewusst nicht sofort verkauft wird, weil Menschen ein paar Schritte brauchen, bevor sie ansprechbar sind. Gegenüber der Tür liegt die Wand, auf der die Marke sichtbar wird, groß und ohne Umweg, weil der erste Blick nun einmal geradeaus geht. Die Warenpräsentation wandert weitgehend an die Wände, damit die Mitte frei bleibt und der Raum atmen kann. Und diese freie Mitte ist mit Absicht flexibel geplant, damit dort auch mal ein Abendevent, ein kleiner Markt oder eine Kooperation stattfinden kann, ohne dass jemand den halben Laden umbauen muss.

Kasse und Service liegen so, dass man beim Stöbern nicht das Gefühl hat, beobachtet zu werden, was mehr Menschen abschreckt, als den meisten Ladenbesitzern bewusst ist.

Und dann gibt es eine Bar. Eine echte, auf Stehhöhe, mit zwei Hockern.

Das ist die Stelle, an der viele kurz die Stirn runzeln, weil eine Bar auf den ersten Blick Fläche kostet, die man doch für Ware braucht. Aber genau da entscheidet sich, ob jemand durchläuft oder stehenbleibt. Ein Raum, in dem man sich anlehnen kann, verkauft anders als einer, durch den man durchgeschleust wird. Nicht schneller, aber freundlicher, und deutlich öfter ein zweites Mal.

Grundriss eines Concept Stores mit farblich markierter Zonierung: Eingang, Warenpräsentation an der Wand, Highlightwand für die Marke, Kasse, Bar und flexible Multifunktionsfläche für Events.

Bevor ich über Möbel nachdenke, teile ich den Raum in Situationen auf: Wo kommt jemand an, wo wird die Marke sichtbar, wo bleibt Fläche frei für Events.

Industrial Rose, Grüntöne, Sand und ein grünes Glasmosaik, in das ich mich verliebt habe

Erst danach kamen Farben und Materialien, und zwar in echt und nicht als Screenshot. Ich bestelle Muster, lege sie nebeneinander und schaue sie morgens und abends an, weil Farben sich im Tagesverlauf benehmen wie Menschen mit Stimmungsschwankungen. Ein Ton, der um zehn Uhr großartig aussieht, kann um sechs komplett kippen, und das findest du auf keinem Bildschirm heraus.

Geblieben sind ein warmes Industrial Rose für die großen Flächen, weil es Energie hat, ohne laut zu sein. Gedeckte Grüntöne für alles, was ruhig bleiben darf. Ein sandiges Perlweiß als Hintergrund, damit die Ware überhaupt zur Geltung kommt, denn Kleidung braucht Luft und keine Konkurrenz. Dazu schwarzer Stahl für Kanten, Kleiderstangen und Konstruktion, weil ein bisschen Härte guttut, wenn sonst alles weich ist.

Und dann dieses grüne Glasmosaik, bei dem ich ehrlich gesagt schwach geworden bin. Kleine, changierende Fliesen mit kupferfarbenen Einschlüssen, die im Licht kurz aufblitzen, fast wie etwas, das man aus dem Wasser gezogen hat. Ich habe die Muster gegen das Fenster gehalten, hin und her gedreht und irgendwann festgestellt, dass eine Viertelstunde vergangen war. Das passiert mir bei Materialien regelmäßig, und ich habe aufgehört, mich dafür zu entschuldigen.

Eingesetzt habe ich das Mosaik nicht flächig, sondern als schmale senkrechte Bänder, die den Raum gliedern. Es macht genau das, was ein gutes Detail leisten soll: Es lässt einen Laden wertiger wirken, ohne dass er teuer aussieht, und es gibt dem Auge etwas, das man beim zweiten Besuch neu entdeckt.

Grünes Glasmosaik als Materialmuster, daneben ein Ausschnitt des Ladenkonzepts mit Tresen in Salbeigrün, Terrakotta-Wand und Pendelleuchten.

Erst das Muster in der Hand, dann die Entscheidung im Entwurf. Materialien beurteile ich nie am Bildschirm.

Farbkonzept für ein Ladengeschäft mit vier RAL-Farbflächen in Terrakotta, Resedagrün, Blaugrün und Perlweiß, ergänzt um ein grünes Glasmosaik.

Vier Farben, ein Material, eine Richtung. Mehr braucht ein Raum selten, und mehr verträgt er meistens auch nicht.

Ein Tresen muss von beiden Seiten funktionieren

 

Wenn ich in einem Ladenkonzept ein einziges Möbelstück wirklich bis ins Detail durchzeichne, dann ist es der Tresen, weil dort alles passiert, was zwischenmenschlich ist. Dort wird gesprochen, dort wird bezahlt, dort steht jemand acht Stunden am Tag, und dort entsteht der letzte Eindruck, den jemand mitnimmt.

Geworden ist es eine Front aus feinen senkrechten Rillen in Salbeigrün, mit einer Arbeitsplatte aus Holz mit sichtbarer Struktur und weich abgerundeten Ecken, damit sich niemand daran vorbeiquetschen muss. Ein senkrechtes Mosaikband sitzt genau an der Stelle, an der der Servicebereich in die Bar übergeht, wie ein Gelenk zwischen zwei Funktionen. Auf der Rückseite Schubladen und offene Fächer, weil ein Tresen im Alltag vor allem eines ist: Stauraum, den keiner sehen soll.

Die Rillen sind kein Dekor, sondern Absicht. Sie fangen das Licht, werfen feine Schatten und geben einem ziemlich großen Möbel eine Oberfläche, die man anfassen möchte. Das Holz darüber, weil sonst alles zu kühl geworden wäre.

Das ist auch der Moment im Projekt, in dem aus einem Gefühl etwas wird, das man einem Tischler in die Hand drücken kann. Maßstab, Höhen, Materialien, Kanten. Und es ist meistens der Moment, in dem meine Kundinnen zum ersten Mal sagen: Ach so meinst du das.

Planung eines Ladentresens in vier Darstellungen: Vorder- und Rückansicht in Salbeigrün mit Holzplatte sowie zwei dreidimensionale Ansichten mit Schubladen und offenen Fächern.

Vorne die Bühne, hinten der Stauraum. Ein Tresen muss von beiden Seiten funktionieren, sonst wird er im Alltag zum Problem.

Vorne die Bühne, hinten der Stauraum. Ein Tresen muss von beiden Seiten funktionieren, sonst wird er im Alltag zum Problem.

Über den Satz an der Wand haben wir am meisten geschrieben.

Wir haben in diesem Projekt nie in einem Konferenzraum gesessen. Die Abstimmung lief per Mail und per WhatsApp, mit Zwischenständen, sobald es etwas zu zeigen gab, und das war rückblickend die bessere Variante. Weil ich so nicht nur höfliche Zustimmung im Meeting bekomme, sondern das echte Bauchgefühl, das jemand um sieben Uhr abends beim Durchscrollen hat. Genau daraus wird ein Konzept besser.

Am meisten geschrieben haben wir über Sprache. Große Typografie im Schaufenster, die zur Straße hin spricht, ein Statement auf der Stofftasche, und ein Satz an der Wand, der nicht besonders brav ist. Ich sage an dieser Stelle nur so viel: Er enthält ein Wort, das man normalerweise nicht in eine Präsentation für eine Kundin schreibt, und ich habe es trotzdem hineingeschrieben.

Das war die mutigste Entscheidung im ganzen Projekt und rückblickend die richtigste.

Weil Sprache aussortiert, und zwar in beide Richtungen. Ein netter, glatter, freundlicher Satz gefällt allen und bedeutet niemandem etwas. Ein Satz mit Kante gefällt nicht allen, aber die, denen er gefällt, fühlen sich sofort gemeint und bleiben.

Ein Concept Store, der versucht, für jeden zu funktionieren, funktioniert am Ende für niemanden richtig. Das gilt für Farben, das gilt für Musik, und für Sätze an der Wand gilt es doppelt.

Handgezeichneter Typografie-Entwurf für eine Wandgestaltung im Ladengeschäft, in schwarzen Großbuchstaben auf Papier mit Hilfslinien-Raster.

Ein Satz an der Wand ist keine Dekoration. Er entscheidet, wer sich gemeint fühlt und wer nicht.

Branding endet nicht an der Ladentür.

Ich habe in diesem Projekt nicht nur den Innenraum gedacht, sondern auch alles, was davor und danach kommt: wie der Laden von der Straße aus gelesen wird, was an der Fassade passiert, damit man ihn überhaupt bemerkt, die Grafiken für die Wandgestaltung, die Farbwelt und die Tasche, mit der jemand nachher durch die Stadt läuft.

Was ich in solchen Projekten immer mitdenke, ist der Weg, den die Marke nach draußen nimmt. Bei diesem Laden war das leicht, weil es die Stofftaschen aus der eigenen Kollektion schon gab, mit Sprüchen, die genau den Ton treffen, den auch der Raum haben sollte. Meine Aufgabe war nicht, so etwas zu erfinden, sondern dafür zu sorgen, dass es im Raum nicht untergeht. Also bekommen die Taschen einen sichtbaren Platz und keine Ecke neben der Kasse.

Denn so eine Tasche ist der unterschätzteste Werbeträger überhaupt. Sie trägt den Laden über die Türschwelle, durch die Fußgängerzone, in eine Wohnung und beim nächsten Einkauf wieder zurück. Diese Art von Sichtbarkeit kannst du nirgends buchen.

Das ist übrigens auch ein Teil meiner Arbeit, über den selten jemand spricht: erkennen, was schon da ist und stark genug ist, damit man es nicht durch etwas Neues ersetzt.

Ein Raum beginnt eben nicht erst innen. Er beginnt beim ersten Blick von der anderen Straßenseite.

Ausschnitt einer Einkaufsliste aus einem Ladenkonzept mit nummerierten Produkten: Metallregal in Salbeigrün, Servierwagen, gerahmtes Typografie-Poster und schwarze Lichtschiene mit Spots.

Ein Konzept, das man selbst bauen kann.

Es gab keinen Generalunternehmer, keine Bauleitung, keine Handwerkerkolonne, die einen fertigen Plan abarbeitet. Es gab eine Unternehmerin, ein überschaubares Budget und sehr viel eigene Kraft.

Ein Konzept, das nur schön ist, hätte ihr in dieser Situation überhaupt nichts gebracht.

Also hat sie am Ende eine Mappe bekommen, die kein Bildband zum Anschauen ist, sondern ein Arbeitsdokument. Ansichten im Maßstab, damit klar ist, was wohin gehört und auf welcher Höhe. Farbnummern und Materialangaben, damit im Baumarkt niemand improvisieren muss. Eine Einkaufsliste, konkret, in der Reihenfolge, in der man die Dinge tatsächlich braucht. Und eine Schablone für die Wandgrafik, damit die Buchstaben an der Wand am Ende aussehen wie in der Zeichnung und nicht so, wie Buchstaben aussehen, wenn man sie um halb elf abends freihand auf eine Wand malt.

Beim Zeichnen dieser Schablone habe ich tatsächlich daran gedacht, wie jemand alleine auf einer Leiter steht. Das klingt banal, aber genau daran scheitern Konzepte in der Realität. Nicht an der Idee, sondern an dem Moment, in dem jemand mit einer Rolle in der Hand vor einer Wand steht und nicht weiß, wo er anfangen soll.

Für mich ist das der Unterschied zwischen einem Entwurf und einem Konzept. Ein Entwurf zeigt dir, wie es aussehen könnte. Ein Konzept zeigt dir, wie du dahin kommst.

Ich baue übrigens nicht selbst, ich bin keine Bauleitung und keine Handwerkerin. Was ich mache, ist der Teil davor, den die meisten überspringen und später teuer nachholen.

Was einen Laden zum Markenraum macht.

Es ist nicht das Geld, und es sind auch nicht die besseren Möbel. Es ist Konsequenz.

Nicht mehr Ideen, nicht mehr Farben, nicht noch ein Detail, sondern eine Richtung, die man wirklich durchhält, von der Fassade bis zur Papiertüte, vom ersten Blick durchs Schaufenster bis zu dem Moment, in dem jemand wieder auf die Straße tritt und denkt: Da gehe ich nochmal hin.

Ein Raum mit Charakter sagt nicht alles, er sagt eine Sache, aber die sagt er an jeder Stelle.

Das ist der rote Faden, von dem ich ständig rede, und er ist überhaupt nicht romantisch gemeint. Er ist der praktischste Teil meiner Arbeit, weil er der Grund dafür ist, dass am Ende alles zusammenpasst, obwohl es aus zwanzig verschiedenen Quellen und drei Baumärkten stammt.

Fazit.

Ein Kleiderständer ist die Lösung für ein Lagerproblem. Ein Markenraum ist eine Antwort auf die Frage, warum jemand ausgerechnet zu dir kommen sollte, obwohl er dasselbe auch online bestellen könnte.

Wenn du gerade an einem Laden, einem Studio oder einem Concept Store arbeitest und das Gefühl hast, dass du vor allem Möbel sammelst, dann fehlt dir vermutlich nicht das nächste Regal, sondern die Richtung.

Und die findest du nicht im Katalog, sondern in der Frage, was dein Raum eigentlich sagen soll.

Wenn dir genau diese Klarheit fehlt, dann starte mit meinem kostenlosen moodstarter, einer einfachen Übung, die dir hilft, aus hundert Ideen eine klare Richtung zu entwickeln.

Ich bin Karolina und ich helfe Läden, Studios, Cafés und kreativen Orten dabei, Räume zu entwickeln, die ihre Marke spürbar machen. Mit Gefühl, Haltung und mit dem richtigen Materialien zur richtigen Zeit.

Genau hier beginnt meine Arbeit.
Mehr über meine Arbeit findest du im Studio: moodandmatter.de


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