Wer mediterran einrichten möchte, denkt oft zuerst an Terrakotta, Bast oder Olivenbäume. Nach diesem Urlaub in Portugal habe ich gemerkt: Das eigentliche Geheimnis liegt ganz woanders.
Es ist kurz nach sechs Uhr morgens.
Meine Tochter schläft noch tief und fest. Ich schiebe die Terrassentür einen Spalt auf und trete barfuß nach draußen. Die Luft ist noch angenehm kühl. Irgendwo zwitschern Vögel, ein Hund bellt in der Ferne und zwischen den Häusern riecht es nach trockener Erde, Salz und Sommer.
Wir sind gerade in Almádena. Einem kleinen Dorf zwischen Lagos und Sagres. Nicht spektakulär. Keine Luxushotels. Keine überfüllten Strandpromenaden. Keine Bars mit lauter Musik. Und genau deshalb wollte ich hierher.
Meine siebenjährige Tochter und ich verbringen hier ein paar Tage.
Einfach nur wir beide.
Mit unseren Surfbrettern werfen wir uns mittlerweile gekonnt in die Wellen. Essen ganz viel Eis und Wassermelone, lassen und täglich von der Sonne küssen und schmecken das Salz auf unserer Haut.
Wir reisen als Backpacker. Ein Rucksack für uns beide. Mehr brauchen wir nicht.
Was mir wichtig war?
Ein Pool. Natürlich für meine Tochter. Aber auch, weil es bei über 30 Grad einfach herrlich ist, zwischendurch ins Wasser zu springen. Und eine Unterkunft, die sich nicht anfühlt wie irgendein Ferienapartment mit weißen Hochglanzmöbeln und austauschbarer Deko.
Ich wollte mediterrane Materialien.
Ich wollte Ruhe.
Ich wollte Natur.
Und ich wollte genau dieses Gefühl erleben, das ich jedes Mal habe, wenn ich im Süden bin.
Der Süden steckt oft in den kleinsten Details. Eine Zitrone, Licht und Materialien, die nichts beweisen müssen.
Der Süden steckt oft in den kleinsten Details. Eine Zitrone, Licht und Materialien, die nichts beweisen müssen.
Schon als wir die kleine Unterkunft betreten haben, wusste ich wieder, warum mein Herz hier jedes Mal aufgeht.
Keine perfekte Einrichtung.
Keine Designermöbel.
Kein überinszeniertes Pinterest-Haus.
Stattdessen Terrakotta. Holz. Bast. Leinen. Keramik. Kalkwände. Pflanzen. Warme Farben. Alles wirkt ehrlich. Unaufgeregt. Als dürfte jedes Material einfach das sein, was es ist.
Manchmal reichen fünf Minuten in einem Raum und mein Kopf wird plötzlich leiser.
Nicht wegen des Urlaubs.
Sondern wegen der Atmosphäre.
Und genau darüber möchte ich heute schreiben.
Denn ich glaube mittlerweile, dass wir uns nicht nur nach Sonne oder Meer sehnen.
Ich glaube, wir sehnen uns nach Räumen, die uns runterholen.
Nach Materialien, die sich echt anfühlen.
Nach Häusern, die nicht geschniegelt aussehen, sondern gelebt.
Und das Beste daran?
Du musst dafür nicht nach Portugal ziehen. Du kannst dir erstaunlich viel von diesem Gefühl nach Hause holen.
Nicht indem du dein Wohnzimmer in eine kitschige Strandbar verwandelst. Sondern indem du verstehst, warum mediterrane Räume überhaupt so gut funktionieren.
Warum sich der Süden so anders anfühlt.
Kennst du dieses Gefühl?
Du steigst aus dem Flugzeug oder Auto, läufst durch eine kleine Gasse und denkst nach wenigen Minuten:
„Ich bin sofort entspannter.“
Dabei hat sich dein Leben in diesen zehn Minuten überhaupt nicht verändert. Du hast dieselben Gedanken. Dieselben Probleme. Dieselbe To-do-Liste wartet zuhause auf dich. Und trotzdem fühlt sich plötzlich alles leichter an.
Lange dachte ich, das läge ausschließlich am Urlaub. Heute glaube ich, dass das nur die halbe Wahrheit ist.
Der Süden spricht unsere Sinne anders an.
Wir laufen über Stein statt über Laminat.
Wir fassen raues Holz an.
Wir trinken unseren Kaffee aus dicker Keramik.
Wir sitzen unter Bastlampen.
Wir sehen Kalkwände statt glänzender Tapeten.
Wir riechen Lavendel, Rosmarin oder Zitronenbäume.
All diese Dinge wirken gleichzeitig auf uns.
Nicht laut.
Nicht aufdringlich.
Ganz leise.
Und genau deshalb unterschätzen wir ihre Wirkung so oft.
Räume sprechen. Auch wenn niemand ein Wort sagt.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich Räume so liebe.
Sie erzählen Geschichten.
Nicht mit Sprache.
Sondern mit Materialien.
Ein Raum aus Beton erzählt etwas anderes als ein Raum voller Holz.
Ein Hochglanzschrank fühlt sich komplett anders an als eine alte Holzkommode mit Gebrauchsspuren.
Eine handgemachte Schale erzählt mehr als zehn perfekt gestylte Dekoobjekte aus dem Möbelhaus.
Vielleicht klingt das im ersten Moment etwas verrückt.
Aber schau dich einmal in deinem Zuhause um.
Wie fühlen sich deine Materialien an?
Kühl?
Warm?
Hart?
Weich?
Glatt?
Rau?
Genau diese kleinen Unterschiede entscheiden oft darüber, ob ein Raum uns willkommen heißt oder einfach nur funktioniert.
Warum mediterrane Häuser nie perfekt aussehen und genau deshalb so schön sind.
Wenn ich an Häuser im Süden denke, fällt mir gar nicht zuerst die Einrichtung ein.
Es sind die Materialien.
Ob kleine Ferienwohnung, alte Finca oder modernes Architektenhaus. Ganz egal, wie unterschiedlich sie eingerichtet sind, eines begegnet mir immer wieder: Holz, Stein, Keramik, Leinen, Bast oder Kalk.
Mal rustikal.
Mal modern.
Mal minimalistisch.
Mal luxuriös.
Und trotzdem entsteht immer dieses warme, ruhige Gefühl.
Unser kleines Ferienhaus hier ist eher schlicht. Man sieht, dass hier viele Menschen kommen und gehen. Die Keramik hat kleine Unebenheiten, das Holz hat Gebrauchsspuren und die Leinenvorhänge bewegen sich sanft im Wind. Gerade das macht den Charme dieses Hauses für mich aus.
Aber ich habe hier im Süden genauso wunderschöne Häuser gesehen, in denen jedes Detail perfekt aufeinander abgestimmt war. Reduziert. Hochwertig. Fast schon puristisch.
Und trotzdem hatten sie dieselbe Wirkung auf mich.
Warum?
Weil nicht die Perfektion oder die Unperfektheit den Unterschied macht.
Sondern die Materialien.
Naturmaterialien wirken ehrlich. Sie altern schön, reflektieren Licht anders und bringen Wärme in einen Raum, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mediterrane Häuser so oft eine besondere Atmosphäre ausstrahlen.
Nicht, weil sie einem bestimmten Einrichtungsstil folgen. Sondern weil sie der Natur viel Raum geben.
Die größte Überraschung in unserem kleinen Ferienhaus.
Weißt du, was mich hier tatsächlich am meisten überrascht hat?
Es ist gar nichts Besonderes.
Kein spektakulärer Pool.
Keine Luxusausstattung.
Keine riesige Designküche.
Es sind die kleinen Dinge.
Der grobe Terrakottatopf und sein Kaktus neben der Eingangstür. Die Holzbank, die wahrscheinlich schon viele Sommer erlebt hat und die schlichten Keramiktassen, aus denen morgens mein Kaffee irgendwie besser schmeckt.
Terrakotta, Holz und mineralische Wände erzählen dieselbe Geschichte. Mediterrane Räume wirken nicht durch Trends.
Oft reichen ehrliche Materialien wie Holz, Keramik und mineralische Oberflächen, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.
Die Bastlampe über dem Esstisch. Die Leinenvorhänge, die sich im Wind bewegen. Die Coffee Table Books liegen auch nicht nicht zufällig dort. Sie ergänzen den Raum, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Genau diese kleinen Details liebe ich.
Falls du dich fragst, warum ich Bücher fast wichtiger finde als Deko, lies meinen Artikel über Coffee Table Books.
Ich würde lieber auf eine Vase verzichten als auf ein gutes Coffee Table Book.
Wenn ich hier mit meiner Tochter draußen auf der kleinen Terrasse sitze und meinen Kaffee trinke, fällt mir auf, wie wenig ein Raum eigentlich braucht.
Nicht noch mehr Möbel.
Nicht noch mehr Dekoration.
Sondern Materialien, die sich gut anfühlen.
Das ist ein riesiger Unterschied.
Viele denken bei mediterraner Einrichtung sofort an Olivenbäume, Zitronen (gibt es hier zum pflücken nah), Palmen oder Muscheln.
Dabei entsteht das Urlaubsgefühl viel früher. Nämlich durch das Fundament eines Raumes.
Durch Holz.
Durch Stein.
Durch Leinen.
Durch Keramik.
Nicht durch Dekoration.
Mediterranes Wohngefühl beginnt nicht bei der Deko.
Wenn wir aus dem Urlaub zurückkommen, passiert oft etwas Lustiges.
Plötzlich hätten wir am liebsten ein kleines Stück Portugal im Wohnzimmer. Also kaufen wir einen Olivenbaum, eine Laterne, vielleicht noch einen Bastkorb oder ein paar neue Kissen.
Und trotzdem fehlt irgendetwas. Weil wir versuchen, ein Gefühl über Dekoration zu erzeugen. Dabei entsteht Atmosphäre viel früher.
Sie beginnt bei den Materialien. Bei Holz, das Wärme ausstrahlt. Bei Keramik, die sich handgemacht anfühlt. Bei Leinen, das Licht weich filtert. Bei Naturstein, der Ruhe in einen Raum bringt.
Dekoration kann all das unterstützen. Sie ersetzt es aber nicht.
Wenn die Grundlage stimmt, braucht es oft erstaunlich wenig, damit sich ein Raum plötzlich leicht, warm und nach Süden anfühlt. Schauen wir uns genau diese Materialien einmal an.
Die Materialien, die das mediterrane Lebensgefühl ausmachen.
Holz, das altern darf.
Schon am ersten Abend ist mir aufgefallen, wie viel Holz uns hier eigentlich umgibt.
Die Pergola auf der Terrasse.
Die Fensterläden. Der kleine Hocker neben dem Bett. Die Wandverkleidung im Schlafzimmer. Selbst der Boden fühlt sich angenehm warm an.
Holz ist eines dieser Materialien, das keine Aufmerksamkeit braucht. Es ist einfach da und genau deshalb wirkt es so selbstverständlich.
Vielleicht liegt genau darin seine Stärke.
Es strahlt Ruhe aus.
Nicht kühl.
Nicht steril.
Sondern warm, ehrlich und einladend.
Dabei muss Holz gar nicht perfekt sein. Im Gegenteil. Kleine Astlöcher, feine Risse oder eine sichtbare Maserung erzählen Geschichten. Genau das macht einen Raum lebendig.
Wenn du dir mediterranes Flair nach Hause holen möchtest, würde ich deshalb genau hier anfangen. Nicht mit Dekoration. Sondern mit einem Material, das auch nach zwanzig Jahren noch schöner aussieht als am ersten Tag.
Keramik, weil Perfektion oft langweilig ist.
Ich weiß nicht, wie viele Keramiktassen ich in den letzten Tagen in der Hand hatte. Aber jede einzelne fühlte sich anders an.
Mal etwas schwerer.
Mal etwas rauer.
Mal leicht unregelmäßig.
Und genau das liebe ich.
Handgemachte Keramik erzählt Geschichten. Man sieht kleine Unebenheiten. Man spürt, dass hier jemand etwas mit den Händen geschaffen hat.
Während viele Geschirrserien aus dem Möbelhaus perfekt aussehen, wirken sie oft auch ein bisschen austauschbar.
Hier dagegen hat jede Schale ihren eigenen Charakter. Das macht erstaunlich viel mit einem Raum. Und ehrlich gesagt auch mit dem Frühstück.
Ein Cappuccino schmeckt aus einer schönen Keramiktasse einfach besser. Ja, ich weiß. Klingt verrückt. Aber probier es mal aus.
Kalk, Stein und mineralistische Oberflächen
Ich muss zugeben: Ich habe mich ein kleines bisschen in diesen Boden verliebt.
Die Terrassen, Sitzflächen und Wege bestehen hier nicht aus glänzenden Fliesen. Auch nicht aus perfekt gegossenem Beton. Die Oberflächen wirken fast wie gespachtelt.
Man entdeckt feine Risse. Unterschiedliche Farbschattierungen. Spuren der Handarbeit. Und genau dadurch entsteht Tiefe.
Dasselbe gilt für die Natursteinwege im Garten. Jede Platte sieht anders aus. Keine Form wiederholt sich. Nichts wirkt industriell. Alles fühlt sich an, als wäre es schon immer dort gewesen. Genau das liebe ich an mineralischen Materialien.
Sie holen uns zurück zur Erde.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich habe noch nie so oft einen Boden fotografiert. Und irgendwie sagt das alles.
Es gibt Orte, die verlangen nichts von dir. Außer, dass du kurz sitzen bleibst.
Terrakotta – die Farbe des Südens.
Wenn ich an Portugal denke, denke ich automatisch an diese warmen Erdtöne.
Nicht knallig.
Nicht orange.
Sondern dieses sanfte Terrakotta irgendwo zwischen Sonne, Sand und Lehm.
Hier stehen große Pflanztöpfe im Garten. Eigentlich nichts Besonderes. Und trotzdem bleibt mein Blick jedes Mal daran hängen.
Vielleicht, weil Terrakotta nie geschniegelt wirkt. Es lebt. Es bekommt Patina. Es verändert seine Farbe. Und genau dadurch wird es jedes Jahr schöner. Für mich gehört Terrakotta deshalb zu den einfachsten Möglichkeiten, mediterranes Flair nach Hause zu holen. Nicht zehn kleine Töpfe. Lieber ein oder zwei richtig schöne große Gefäße. Sie wirken viel ruhiger.
Bast und Naturfaser – kleine Details mit großer Wirkung.
Eines meiner Lieblingsdetails in diesem Ferienhaus hängt direkt über dem Esstisch.
Eine große Bastlampe.
Nicht geschniegelt.
Nicht geschniegelt geflochten.
Nicht perfekt symmetrisch.
Aus ihrem geflochtenen Schirm ragen feine Naturfasern heraus, die locker nach unten fallen. Fast so, als würde das Material selbst langsam in die Natur übergehen.
Sie erinnern uns daran, dass die Natur keine geraden Linien kennt. Dass Schönheit nicht immer geschniegelt aussehen muss. Und dass ein Material manchmal viel mehr Atmosphäre schafft als jedes Designobjekt.
Dasselbe gilt übrigens für Körbe, Teppiche oder geflochtene Tabletts. Naturfasern bringen Leichtigkeit in einen Raum, ohne laut zu sein.
Keine saubere Kante. Die schönsten Materialien wissen gar nicht, dass sie schön sind.
Leinen, der Stoff, der mit dem Wind lebt.
Ich glaube, kaum ein Stoff passt besser in den Süden als Leinen. Hier bewegt sich jeder Vorhang mit dem Wind.
Er fällt nie komplett gerade, wirft Falten und er lebt. Und genau deshalb wirkt er so leicht. Leinen versucht gar nicht erst, perfekt auszusehen.
Es verändert sich ständig.
Je nach Licht.
Je nach Luft.
Je nach Tageszeit.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Räume mit Leinen immer entspannter wirken. Sie wirken nicht geschniegelt. Sie wirken bewohnt.
Pflanzen, die einfach dazugehören.
Was mir hier besonders auffällt: Die Pflanzen stehen nicht irgendwo herum. Sie gehören zum Haus.
Bananenstauden wachsen direkt neben der Terrasse. Ein alter Olivenbaum spendet Schatten. Palmen werfen ihre langen Blätter über den Weg. Agaven wachsen zwischen den Steinen. Alles wirkt selbstverständlich. Als hätten Haus und Garten gemeinsam entschieden, hier zu leben.
Und genau das unterscheidet diesen Stil oft von unseren Gärten zuhause.
Dort stellen wir Pflanzen häufig neben einen Raum. Hier werden sie Teil des Raumes.
Der Garten steht hier nicht vor dem Haus. Er wohnt einfach mit.
Licht, das Material, über das niemand spricht.
Vielleicht ist Licht am Ende sogar das wichtigste Material.
Ja, Material.
Denn genauso fühlt es sich hier an.
Es fällt durch die Holzpergola und zeichnet Muster auf den Boden. Es bricht sich zwischen den Palmenblättern. Es lässt den Kalkboden mal fast weiß und wenige Minuten später warm sandfarben wirken. Es bringt das Holz zum Leuchten. Es verändert Terrakotta. Es lässt Schatten genauso wichtig werden wie das Licht selbst.
Und plötzlich verstehe ich wieder, warum mich der Süden jedes Mal so berührt.
Es sind nicht nur Holz.
Nicht nur Stein.
Nicht nur Bast.
Es ist das Zusammenspiel.
Die Materialien geben dem Licht eine Bühne. Und das Licht zeigt uns, wie schön Materialien eigentlich sein können.
Was du dir davon mitnehmen kannst.
Vielleicht brauchst du nach deinem nächsten Urlaub gar keinen komplett neuen Einrichtungsstil. Vielleicht reicht es schon, genauer hinzusehen.
Welche Materialien begegnen dir immer wieder? Welche Oberflächen berührst du besonders gerne? Welche Räume möchtest du am liebsten gar nicht mehr verlassen?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Antwort selten lautet:
„Weil dort so viele Dekoobjekte standen.“
Viel häufiger sind es Holz, Keramik, Leinen oder Naturstein, die unbewusst dafür sorgen, dass wir langsamer werden. Dass wir durchatmen. Dass wir bleiben möchten. Und genau das ist für mich mediterranes Wohnen.
Nicht ein bestimmter Stil. Sondern ein Gefühl, das durch die richtigen Materialien entsteht.
Häufige Fragen zum mediterranen Wohnstil:
Wie richte ich mein Zuhause mediterran ein, ohne dass es kitschig wirkt?
Der größte Fehler ist, direkt mit Dekoration anzufangen. Mediterranes Wohnen entsteht nicht durch Zitronenkissen, Muschelketten oder Palmenbilder. Es beginnt bei den Materialien. Holz, Naturstein, Terrakotta, Leinen und Keramik schaffen die Grundlage. Erst danach kommen Accessoires.
Muss ich mein Zuhause komplett neu einrichten?
Überhaupt nicht. Manchmal reichen schon wenige Veränderungen:
Welche Farben passen zum mediterranen Einrichtungsstil?
Die schönsten Farbpaletten entstehen draußen. Falls du sie zuhause aufgreifen möchtest, findest du hier einige Töne, die dieses mediterrane Gefühl wunderbar einfangen. Sie wirken ruhig und zeitlos und lassen sich auch wunderbar mit modernen Möbeln kombinieren.
- Beige mit Sand – Akzentwände, Nischen, Einbaumöbel
- Beige mit Kaschmir – Wände, Decken, große Flächen
- Grün mit Salbei – für den sanften Grünton der Pflanzen und als ruhiger Akzent
- Braun mit Terrakotta – für einen erdigen Akzent, der an südliche Felsen und Terrakotta erinnert
- Beige mit Treibholz – mein Favorit für einen sonnengebleichten Holz-Look. Der Farbton harmoniert wunderbar mit Leinen, Bast und Naturstein.
Welche Materialien sorgen für echtes Urlaubsgefühl?
Für mich sind es ganz klar:
- Holz
- Kalkputz oder mineralische Oberflächen
- Naturstein
- Terrakotta
- Leinen
- Bast
- Keramik
Nicht einzeln. Sondern im Zusammenspiel.
Fazit: Vielleicht bin ich einfach ein Südmensch.
Morgen reisen wir wieder ab. Noch ein letzter Tag in Faro. Ein bisschen durch die Altstadt laufen. Noch einen Kaffee trinken. Vielleicht eine Pastel de Nata. Und dann sitzen meine Tochter und ich schon wieder mit unserem Rucksack im Flieger Richtung Deutschland.
Ich freue mich sogar auf zuhause. Wirklich. Und genau das macht überhaupt keinen Sinn. Ich wohne auf dem Land. Mitten im Grünen. Umgeben von Feldern. Es gibt Hühner. Bäume. Ruhe.
Eigentlich genau das, wonach viele Menschen im Urlaub suchen. Und trotzdem zieht es mich immer wieder in den Süden. Jedes Mal.
Vielleicht bin ich einfach ein Südmensch. Oder vielleicht suche ich gar nicht den Süden. Vielleicht suche ich einfach Räume, (+ Menschen) die mich genauso fühlen lassen.
Räume, die warm sind, ohne geschniegelt zu wirken.
Die nach Holz riechen.
Nach Sonne.
Nach Erde.
Nach Leben.
Und vielleicht ist das genau der Grund, warum ich mich beruflich ausgerechnet mit Räumen beschäftige. Weil ich ständig auf der Suche nach genau diesem Gefühl bin.
Nicht nach einem bestimmten Stil. Nicht nach Trends. Sondern nach Orten, an denen man automatisch langsamer wird.
Vielleicht liegt das gar nicht an Portugal. Vielleicht hätte ich dasselbe Gefühl irgendwo in Italien. In Griechenland. Oder in einem kleinen Haus mitten in Spanien.
Solange die Materialien ehrlich sind. Licht und Natur zusammenspielen. Solange ein Raum nicht versucht, etwas zu sein. Sondern einfach ist.
Und genau das nehme ich morgen mit nach Hause.
Keine Muscheln.
Keine Kühlschrankmagnete.
Keine Souvenirs.
Sondern ganz viele Ideen.
Für Räume, die nicht nach Urlaub aussehen. Sondern sich nach Urlaub anfühlen.
Als Kind dachte ich immer, Urlaub wäre ein Ort. Heute glaube ich, Urlaub ist ein Gefühl.
Ich bin Karolina, Gründerin von mood&matter. Ich entwickle Räume mit Charakter und schreibe hier über Materialien, Atmosphäre und alles, was Räume unvergesslich macht. Genau hier beginnt meine Arbeit.
Mehr über meine Arbeit findest du im Studio: moodandmatter.de

